{"id":6739,"date":"2018-08-16T10:55:57","date_gmt":"2018-08-16T08:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/?page_id=6739"},"modified":"2018-12-03T09:52:48","modified_gmt":"2018-12-03T08:52:48","slug":"ricardo-canzio","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/ricardo-canzio\/","title":{"rendered":"Ricardo Canzio"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/die-fuenf-elemente-electroacoustic-meets-boen\/reise-nach-menri__trashed\/dolanij-27-09-2017-04-10-2017\/\"><em>(-&gt; zur\u00fcck zu &#8222;Aus dem Reisetagebuch&#8220;&#8230;)<\/em><\/a><\/p>\n<p>Durch die freundliche Vermittlung Gesh\u00e9 Gelek Jinpas kam ich bereits in den ersten Tagen meiner Reisen mit Ricardo Canzio in Kontakt, dem ich im B\u00f6n-Kloster Triten Norbutse in Kathmandu, Nepal, kennenlernen durfte.<\/p>\n<p><strong>Ricardo Canzio Kurzbiografie<\/strong><\/p>\n<p>Ricardo Canzio (* 1940, Buenos Aires) ist einer der wenigen Musikethnologen, die sich in 35j\u00e4hriger Forschungsarbeit vor Ort in den verschiedenen Kl\u00f6stern systematisch mit tibetischer Ritualmusik auseinandergesetzt hat.<br \/>\nUm 1958\/59 begann er an der Universit\u00e4t Rossario in Argentinien sein Kompositionsstudium, auf Grundlage dessen er sich sp\u00e4ter auch mit elektronischen Klangerzeugungsverfahren besch\u00e4ftigte. \u2028Nach Abschluss des Studiums ging er f\u00fcr f\u00fcnf Jahre in Indien, lernte Hindi und studierte indische Musik und indische Religion und Philosophie and der Varanaji University.<\/p>\n<p>In Indien befand er sich in unmittelbarer N\u00e4he der ersten exiltibetischen Siedlungen. Bereits w\u00e4hrend seines Studiums kam Canzio mit tibetischer Ritualmusik in Ber\u00fchrung, wenn auch damals nur \u00fcber Tontr\u00e4ger.<br \/>\nAuf Einladung einer Bekannten besuchte Canzio im Jahr 1969 den Sitz der tibetischen Exilregierung in Dharamsala. W\u00e4hrend dieses Besuchs wurde Canzio auf den einzigen bis heute bekannten musiksystematischen Text eines tibetischen M\u00f6nchs aus dem 13. Jahrhundert aufmerksam, den \u201eTreatise on Music\u201c des Gr\u00fcnders der Sakya-Tradition, Pandita.<br \/>\nDaraufhin reiste Canzio nach Dehradun zu einem der exiltibetischen Kl\u00f6ster der Sakya-Tradition, um mit Hilfe der dort lebenden Menschen mit einer \u00dcbersetzung ins Englische zu beginnen.<\/p>\n<p>Die \u00dcbersetzung und die darauf aufbauenden Studien der Ritualmusik der Sakya-Tradition wurden schlie\u00dflich Thema seiner Dissertation bei Prof. Dr. David Snellgrove an der London School of Oriental and African Studies in England.<br \/>\nObwohl Canzio durch die Doktorw\u00fcrde offiziell zum Tibetologen ernannte wurde, war das Thema seiner Dissertation eigentlich ein interdisziplin\u00e4res, in welchem sich Tibetologie, Musikethnologie und das musikalische Wissen eines Komponisten miteinander verbanden. Zusammen mit den Erkenntnissen und Fragen, die sich aus aus seiner Besch\u00e4ftigung mit Sakya Panditas \u201eTreatise on Music\u201c ergaben, bildete die Verbindung dieser drei Disziplinen fortan den Grundstein f\u00fcr Canzios weitere Auseinandersetzung mit tibetischer Ritualmusik, die bis heute anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit konzentrierte sich seine Forschung immer st\u00e4rker auf die Musik der B\u00f6n-Tradition. Der Grund darin bestand zum einen in der besonderen Form der Musiknotation des Gyer-Stils (Yang-Stil), wie man sie innerhalb der tibetischen Klosterlandschaft nur in der B\u00f6n-Tradition findet. Die Notationsweise der B\u00f6npos vereinfacht aus Gr\u00fcnden, die an anderer Stelle zu kl\u00e4ren sind, westlichem, musikwissenschaftlich-kompositorischen Denken den Zugang zu den musiksystematischen Strukturen, die der Ritualmusik zu Grunde liegen. \u2028Zum anderen verfestigten sich \u00fcber die Jahre nat\u00fcrlich auch die Beziehungen zu den B\u00f6npos. Seit 1979 bereiste Canzio unz\u00e4hlige Male das Menri-Kloster in Dolanji, Indien, und kam so in einen lang anhaltenden wissenschaftlichen und pers\u00f6nlichen Austausch mit den beiden \u00c4ltesten der B\u00f6n-Tradition im Exil: Dem (im September 2017 verstorbenen) 33. Menri-Trizin Lungtok Tenpa\u2019i Nyima (damals Sangye Tenzin), und dem h\u00f6chsten Lehrer (Lop\u00f6n = \u201eHauptlehrer\u201c) Yongdzin Tenzin Namdak. \u2028\u2028Yongdzin Tenzin Namdak gr\u00fcndete in den 1990er Jahren in Nepal das zweite B\u00f6n-Kloster im Exil: Triten Norbutse in Kathmandu. Von da an arbeitete Canzio auch dort.<\/p>\n<p>1992 zog Canzio nach Taiwan und arbeitete dort als Professor f\u00fcr Musikwissenschaft an der National Taiwan University.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(-&gt; zur\u00fcck zu &#8222;Aus dem Reisetagebuch&#8220;&#8230;) Durch die freundliche Vermittlung Gesh\u00e9 Gelek Jinpas kam ich bereits in den ersten Tagen<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template-centered.php","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-6739","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6739","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6739"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6739\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7652,"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6739\/revisions\/7652"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6739"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}