{"id":7786,"date":"2018-12-13T10:44:02","date_gmt":"2018-12-13T09:44:02","guid":{"rendered":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/?page_id=7786"},"modified":"2018-12-13T14:06:59","modified_gmt":"2018-12-13T13:06:59","slug":"koerper-ton-synaesthesie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/artist-in-progress\/dokumentation-electroacoustics-meets-boen-uebersicht\/kompositorischer-wendepunkt-das-ende-der-prinzipien\/koerper-ton-synaesthesie\/","title":{"rendered":"K\u00f6rper-Ton Syn\u00e4sthesie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/artist-in-progress\/dokumentation-electroacoustics-meets-boen-uebersicht\/\"><em>[ -&gt; zur\u00fcck zur Projekt\u00fcbersicht&#8230;]<\/em><\/a><\/p>\n<p>Mit der kompositorischen Wende stellten sich auch neue syn\u00e4sthtische Bez\u00fcge her. Einer davon war die Verbindung von Tonh\u00f6hen mit bestimmten Stellen\/Regione\/&#8220;Sitzen&#8220; im K\u00f6rper, eine Art K\u00f6per-Ton Syn\u00e4sthesie also.<\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten stellte sie sich im ersten (rein elektronischen) Teil von &#8222;Mothers of Fire&#8220; ein. Dieser Teil konstituiert sich durch l\u00e4ngere Klangb\u00e4nder auf je unterschiedlichen Tonh\u00f6hen. Das Material sind die Klangschalen-Samples, die B\u00e4nder enststehen durch Granularsynthese im Maxpatch. Die Tonh\u00f6he wird live \u00fcber ein Interface reguliert. Um Glissandi zu erm\u00f6glichen ist die Oktave in 125 (5x5x5) equisistante Intervalle geteilt.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr mich neuartige syn\u00e4sthetische Wahrnehmung stellte sich ein, als ich mich noch in der experimentellen Phase befand. Der n\u00e4chste Schritt w\u00e4re gewesen, \u00fcber ein sinnvolles harmonisches Konzept f\u00fcr diese Stelle im St\u00fcck nachzudenken. Statt meines Denkes reagierte aber nun mein K\u00f6rper auf die Tonh\u00f6hen, und begann sie zu &#8222;beurteilen&#8220;.<br \/>\nDas hei\u00dft: Das langsame, glissandiere live-Ver\u00e4ndern der Tonh\u00f6he per Interface l\u00f6ste korrespondierende &#8222;taktile&#8220; Wahrnehmungsver\u00e4nderungen im Oberk\u00f6rper-Kopf-Bereich aus. Zum einen korrespondierten dabei, wie man es vielleicht auch erwarten w\u00fcrde die Tonh\u00f6he mit der H\u00f6he der Position im K\u00f6rper. Das Bemerkenswertere war aber der Bewertungsscharakter, der mit dieser Syn\u00e4sthesie verbunden war: Es gab T\u00f6ne, die &#8222;sa\u00dfen&#8220; gut im K\u00f6rper, andere waren unangenehm, wieder andere l\u00f6sten ausgesprochen angenehme (&#8222;heilsame&#8220;) Empfindungen an der betreffenden Stelle aus. Die Genauigkeit der Lokation korrespondierte dabei bis hin ins Mikrotonale, sicher bis hin zu Achtelt\u00f6nen, wenn nicht noch dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Aus dieser Wahrnehmung entwickelte sich das harmonische Gef\u00fcge dieser Stelle. Und zwar rein nach dem Prinzip des am meisten Angenehmen: Ich nahm nur Tonh\u00f6hen bzw. Kl\u00e4nge, die sich angenehm anf\u00fchlten, in die Stelle mit auf und arrangierte die so ausgew\u00e4hlten B\u00e4nder zeimlich in Logic.<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, wenn nicht sogar sehr wahrscheinlich, dass die ausgew\u00e4hlten B\u00e4nder und Tonh\u00f6hen sich auch theoretisch herleiten lassen. Darum geht es an dieser Stelle aber nicht. Worum es geht, ist darzustellen, dass sich die Methode \u00e4nderte, mit der ich grundlegende kompositorische Entscheidungen traf. Es stellte sich eine Art &#8222;K\u00f6rper-Bewusstsein&#8220; ein. Ein Bewusstsein, dass rein \u00e4u\u00dferlich nicht Resultate hervorbringt, auf die man nicht auch anders h\u00e4tte kommen k\u00f6nnen. Aber eines, das andere &#8222;Sinnesorgane&#8220; verwendet, sich auf andere Wahrnehmungsgrundlagen bezieht, um die entsprechenden Entscheidungen zu treffen, die zu diesen Resultaten f\u00fchrten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[ -&gt; zur\u00fcck zur Projekt\u00fcbersicht&#8230;] Mit der kompositorischen Wende stellten sich auch neue syn\u00e4sthtische Bez\u00fcge her. 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