{"id":8593,"date":"2019-11-22T16:36:28","date_gmt":"2019-11-22T15:36:28","guid":{"rendered":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/?page_id=8593"},"modified":"2019-11-25T15:16:05","modified_gmt":"2019-11-25T14:16:05","slug":"handbuch-tape-session","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/handbuch-tape-session\/","title":{"rendered":"HandReichung Tape Session"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr viele Studierende ist das Halten der &#8222;TapeSession&#8220; im 3. Studienjahr das erste Mal, dass sie einen \u00f6ffentlichen Vortrag halten, der \u00fcber ein Kurzreferat im Seminar oder in der Schule hinausgeht. Daher sollen hier einige allgemeine Hinweise gegeben werden, die helfen k\u00f6nnen, dass die zu haltende TapeSession gelingt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was waren und sind TapeSessions?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die TapeSessions gibt es, wie der Name suggeriert, schon sehr lange. Sie stammen aus einer Zeit, als es noch gar kein ICEM gab und waren, wie auch noch im Namen steckt, eine Art Literaturkunde der (damals vornehmlich) elektronischen Musik. In dieser Zeit gab es auch noch eine Studienkultur, in der nicht jegliche Studienleistung mit Credits &#8222;bezahlt&#8220; wurde, und auch kein Internet, das zur Hauptquelle der Informationsbeschaffung diente, und so traf man sich und h\u00f6rte Musik, die man nicht kannte, und an die man sonst auch nur schwer herankam. Zus\u00e4tzlich erfuhr man von den Vortragenden (damals eine bunte Mischung aus Lehrenden und Studierenden) etwas \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der vorgestellten Musik. An der Tagesordnung waren Studio Reports (&#8222;Fr\u00fche Tape Music aus dem Studio der Columbia Universit\u00e4t&#8220;), materialorientierte Themen (&#8222;Stimme als Klangmaterial in der elektronischen Musik&#8220;), Stilbetrachtungen (&#8222;Cinema for the Ears als kanadische Weiterentwicklung der Musique Concrete&#8220;), Komponisten- oder Werkreihenportraits (&#8222;Die Funktionsst\u00fccke von G.M. Koenig&#8220;), die Vorstellung spezifischer Werkzeuge und der Musik, die mit ihnen gemacht wurden (&#8222;Das UPIC System von Xenakis: Kann man Musik malen?&#8220;) oder historisch\/\u00e4sthetische Betrachtungen (&#8222;Wechselwirkungen zwischen bildender Kunst und (elektronischer) Musik&#8220;) etc.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des Studiengangs &#8222;integrative Komposition&#8220; wurde eine neue W\u00e4hrung in das Studieren eingef\u00fchrt, die &#8222;Credits&#8220;. Da demnach nichts gilt, was keine Credits &#8222;wert&#8220; ist, nahm die Teilnehmerzahl an den TapeSessions drastisch ab. Die Lehrenden fanden das Format aber wichtig, und erachteten die geringen Teilnehmerzahlen h\u00e4ufig als mangelnder Respekt gegen\u00fcber den Vortragenden. Daher wurden die Tapesessions im Rahmen der verschiedenen Anpassungen der Pr\u00fcfungsordnungen irgendwann formell als Pflichtveranstaltungen in die Ordnungen aufgenommen und kreditiert, und zu einem rein studentischen Format umgestaltet. <\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso  wurde die Themenvielfalt in Richtung der anderen ZKF erweitert: Neue Instrumentalmusik, Komposition und Visualisierung, Popmusik, kamen hinzu, und auch weitere, z.T. sehr \u00fcbergreifende Themen wurden in TapeSessions behandelt. Dabei geriet der urspr\u00fcngliche Gedanke, n\u00e4mlich Musik zu h\u00f6ren und etwas \u00fcber dieselbe zu erfahren, (leider) immer \u00f6fter in den Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Die TapeSessions, wie sie heute sind, geben den Studierenden, die sie halten, die M\u00f6glichkeit, ein f\u00fcr sie interessantes Thema zu vertiefen, und ihren Kommiliton*innen vorzustellen. Die Studierenden, die zuh\u00f6ren, k\u00f6nnen dabei interessante Dinge erfahren, die sie vorher noch nicht wussten. Sowohl das Halten, als auch das Zuh\u00f6ren einer TapeSession soll idealerweise f\u00fcr alle Beteiligten spannend sein und Spass machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Themenauswahl<\/h2>\n\n\n\n<p>Suchen Sie sich ein Thema, das nat\u00fcrlich relevant f\u00fcr aktuelles Komponieren ist, das Sie aber vor allem wirklich interessiert! Nur Dinge, die Sie selber spannend finden, k\u00f6nnen Sie auch f\u00fcr andere spannend r\u00fcberbringen. Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Hauptfachlehrer und diskutieren Sie mit ihm eventuelle Varianten oder Spezifikationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal ist (oder wird w\u00e4hrend der Recherche) ein Thema zu gro\u00df oder zu komplex, um es in einer einzelnen TapeSession unterzubringen. Meist ist es dann besser, nicht das Thema in seiner ganzen Breite aber notwendigerweise dann oberfl\u00e4chlich darzustellen, sondern sich auf einen Teilaspekt zu fokussieren, den man ins Gesamtthema nat\u00fcrlich einordnen muss, bei dem man dann aber deutlich mehr in die Tiefe gehen kann. (Also z.B. nicht &#8222;Die Entwicklung der Popmusik&#8220;, sondern vielleicht &#8222;Die Entwicklung der Popmusik im Frankreich der 60er Jahre: Zwischen Chanson und French Pop&#8220;)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorbereitung allgemein<\/h2>\n\n\n\n<p>Untersch\u00e4tzen Sie die TapeSessions nicht!  Etwas, was man sich am Abend vorher zusammen&#8220;google&#8220;t und mit ein paar YouTube Clips medial aufbl\u00e4st wird nur eine m\u00e4\u00dfige TapeSession. Spass macht das weder den Vortragenden noch den Zuh\u00f6renden.<\/p>\n\n\n\n<p>Recherchieren Sie zum Thema! Auch wenn Sie meinen, schon alles zu wissen: Lesen Sie B\u00fccher, h\u00f6ren Sie Musik, die Sie noch nicht kennen. Reden Sie mit KOmmiliton*innen und Dozent*innen dar\u00fcber, lassen Sie sich Hinweise geben, wo Sie noch etwas zum Thema finden k\u00f6nnen. Wenn es ein kontroverses Thema ist, recherchieren Sie auch die Positionen, die vielleicht nicht die Ihren sind. &nbsp;Pro- und Contra-Argumente sind Bestandteil jedes ernstzunehmenden akademischen oder sonstigen Vortrags.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen Sie sich professionelle Vortr\u00e4ge an. YouTube ist voll davon. TED Talks geh\u00f6ren in der Regel zu den besseren. Fragen Sie sich: Wie erreichen die Vortragenden, dass ich &#8222;dran&#8220; bleibe? Was gef\u00e4llt mir an dem Vortrag. Auch: Was gef\u00e4llt mir nicht? Wie k\u00f6nnte man es besser machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Last, but not at all least: besuchen Sie die TapeSessions, ExMachina Werkst\u00e4tten, Vorlesungen und Gastvortr\u00e4ge an unserer Hochschule und stellen Sie sich (und vielleicht auch der\/dem Vortragenden) dieselben Fragen. Fragen Sie sich f\u00fcr Ihre tapeSession: Wie kann ich mich von der Masse der Vortr\u00e4ge unterscheiden, und meine eigene TapeSession zu etwas Besonderem machen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Materialauswahl<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn Sie umfangreich recherchiert haben, haben Sie wahrscheinlich mehr Material, als Sie in einer durchschnittlichen TapeSession von ca. 1 Stunde pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. Identifizieren Sie die f\u00fcr Sie wichtigsten Punkte und lassen alles weg, was nichts zu diesen beitr\u00e4gt. Seien Sie vorsichtig mit Verdoppelungen und Wiederholungen.  Zwei Beispiele, die denselben Aspekt beleuchten, machen nur dann Sinn, wenn der Aspekt komplex oder in sich vielf\u00e4ltig ist,  und Sie dessen Bandbreite darstellen wollen. (Z.B. die ganz unterschiedliche Auswirkung desselben Klangeffekts auf unterschiedliches Ausgangsmaterial.)<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen Sie zwar alle Dinge weg, die nicht zum Thema und Ihren Hauptpunkten geh\u00f6ren, aber lassen Sie nichts aus, was man zwingend wissen muss, um Ihnen folgen zu k\u00f6nnen. Gehen Sie nicht davon aus, das &#8222;wisse man ja sowieso&#8220;. Machen Sie keine (oder nur sehr allgemeine) Voraussetzungen \u00fcber den m\u00f6glichen Wissensstand Ihrer Zuh\u00f6rer.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits: Untersch\u00e4tzen Sie Ihre Zuh\u00f6rer auch nicht. Verbringen Sie nicht allzuviel Zeit mit allzu Selbstverst\u00e4ndlichem. Umgekehrt freut sich jeder, wenn er\/sie von Ihnen etwas erfahren kann, was er\/sie vorher noch nicht wusste. Daumenregel: Die Dinge, die Sie bei der Recherche \u00fcberrascht haben, \u00fcberraschen wahrscheinlich auch Ihre Zuh\u00f6rer.<\/p>\n\n\n\n<p>Diskutieren Sie Ihre Materialauswahl mit Ihrer*m Hauptfachlehrer*in.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Form und Struktur<\/h2>\n\n\n\n<p>Denken Sie unbedingt dar\u00fcber nach, wie Sie Ihre TapeSession passend zum Thema gestalten. Ein KeyNote Vortrag mit Beispielen mag oft ad\u00e4quat sein, aber vielleicht f\u00e4llt Ihnen ja, statt dessen oder zus\u00e4tzlich,  noch etwas Besonderes ein: Eine Live-Demonstration, ein spannendes Intro, eine besondere Gestaltung des Raumes? Vielleicht verzichten Sie ganz auf die &#8222;Keynote&#8220; und verlassen sich nur auf Sprache und Musik? Vielleicht spielen Sie ganz viel Musik und reden insgesamt  nur sehr wenig? Was gibt das Thema an Gestaltungsoptionen her?<\/p>\n\n\n\n<p>Bringen Sie Ihre Gedanken, die Sie mitteilen m\u00f6chten in eine Reihenfolge, die es dem eventuell unwissenden Zuh\u00f6rer m\u00f6glich macht, Ihnen zu folgen. <\/p>\n\n\n\n<p>Diskutieren Sie ihre Form- und Strukturideen mit Ihrer*m Hauptfachlehrer*in.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorbereitung zur Pr\u00e4sentation<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00dcben Sie ihren Vortrag. Nur wenn Sie den Vortrag f\u00fcr sich selbst live sprechen, merken Sie, wo es &#8222;hakt&#8220;, und wo es noch nicht &#8222;rund&#8220; ist. Versuchen Sie, f\u00fcr diese Stellen eine alternative Gestaltung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Machen Sie einen Probevortrag mit Probepublikum. (Ihr*e Lebensabschnittspartner*in, Eltern, Kommilitonen, der\/die Hauptfachlehrer*in) Fordern sie Feedback ein, insbesondere dahingehend, ob angekommen ist, worauf Sie hinaus wollten und ob das Publikum &#8222;bei Ihnen&#8220; blieb oder zwischendurch gelangweilt war. Nehmen Sie Kritik von aussen ernst und versuchen, die Punkte abzustellen, wenn Sie nicht eine sehr guten Grund haben, das nicht zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Besprechen Sie mit dem Technikpersonal des ICEM dar\u00fcber, was Sie f\u00fcr Ihre TapeSession ben\u00f6tigen, und was davon realisierbar ist. Es muss nicht immer &#8222;Beamer+3.5mm-Stereoklinke&#8220; sein. Die Anlage im Kammermusiksaal ist z.B. vierkanalig, das kann man nutzen. Ein Mischpult f\u00fcr verschiedene Quellen liesse sich auch auftreiben, wenn das ben\u00f6tigt w\u00fcrde&#8230;. Seien Sie auch hier anspruchsvoll, wenn es dem Vortrag dient, aber lassen Sie weg, was nur reine &#8222;Verzierung&#8220; w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Frei sprechen oder ablesen<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn das freie Sprechen bei Ihnen nicht gerade fliessenden Angstschweiss ausl\u00f6st, sprechen Sie frei! Sie k\u00f6nnen sich besser auf Ihr Publikum konzentrieren und den Kontakt mit ihm halten, als wenn Sie st\u00e4ndig in ihr Skript schauen m\u00fcssen und nur gelegentlich Augenkontakt aufnehmen k\u00f6nnen. Ein Publikum, das direkt angesprochen wird, wird eher bei Ihnen bleiben, als eines, das &#8222;nur&#8220; ihren Text wahrnimmt.  Schauspielertrick: Suchen Sie sich wechselweise  jemanden im Publikum, den Sie direkt, pars pro toto ansprechen, und erkl\u00e4ren Sie ganz konkret ihm oder ihr ganz engagiert Ihr Anliegen. Ihre Sprechweise wird dadurch pers\u00f6nlicher und Sie nehmen auch den Rest des Publikums mit, denn das wird sich genauso angesprochen f\u00fchlen. (Vergessen Sie nicht, den\/die Angesprochene\/n gelegentlich zu wechseln) Machen Sie sich eventuell Stichworte f\u00fcr den Ablauf (das k\u00f6nnen auch Notizen in der KeyNote sein) und \u00fcberlegen Sie sich bei komplexen Sachverhalten Vorformulierungen, die Sie auswendig lernen. Reden Sie nie, w\u00e4hrend Sie gleichzeitig in Ihre Notizen oder den Bildschirm Ihres Rechners schauen oder den Rechner \u00fcber das Weiterklicken der Pr\u00e4sentation hinaus  bedienen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits: Wenn Ihnen das freie Sprechen schwer f\u00e4llt, Sie merken, dass Sie ins Stottern und Haspeln kommen, oder der deutschen Sprache vielleicht nicht m\u00e4chtig genug sind, \u00fcber ein eventuell komplexes Thema frei vorzutragen, verschriftlichen Sie ihren Vortrag. Achten Sie dann aber darauf, dass Sie dabei nicht auch in eine Schriftsprache verfallen. Halten Sie trotzdem Ihre S\u00e4tze kurz und einfach zu sprechen. Verzichten Sie auf gar keinen Fall auf das &#8222;\u00fcben&#8220;, denn nichts ist schlimmer als ein komplexer (Schrift-) Text, der dann auch noch schlecht (weil unge\u00fcbt) vorgetragen wird. Sprechen Sie langsam und betonen Sie emphatisch, als ob Sie frei und engagiert sprechen w\u00fcrden. Versuchen Sie, obwohl Sie vorlesen,  so oft wie m\u00f6glich Augenkontakt mit dem Publikum aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KeyNote\/Powerpoint<\/h2>\n\n\n\n<p>Seien Sie sparsam! Man soll Ihnen zuh\u00f6ren, und nicht, ausser bei den Beispielen, den Medien. Nutzen Sie Bilder, wenn diese einen bestimmten Punkt Ihrer Darlegung unterst\u00fctzen. Grafiken, (historische) Fotos, gelegentliche Videos (wenn Videos nicht ohnehin gerade Teil des Themas sind), Notenbeispiele etc. sind immer da sinnvoll, wo sie Aspekte Ihres Themas illustrieren, bei denen Sie ohne das Bild eventuell unendlich lange reden m\u00fcssten. (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte&#8230;manchmal). Seien Sie noch sparsamer mit Text. Den k\u00f6nnen Sie besser vortragen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Sie wichtige Stichworte zur Unterstreichung ihrer Wichtigkeit nochmal an die Wand werfen, wenn Sie meinen, das m\u00fcsse sein, aber verzichten Sie dar\u00fcber hinaus auf jeden Fall auf Verdoppelungen zwischen dem, was der Zuh\u00f6rer  lesen soll,  und dem was Sie sagen. Auch wenn viele von Ihnen das so in der Schule gelernt haben: &#8222;Dotted Lists&#8220; sind extrem problematisch, denn als Zuh\u00f6rer liest man, weiss dann schon, was Sie sagen werden und h\u00f6rt Ihnendann automatisch weniger zu! Verzichten Sie auch auf das, was in den meisten  Lehrb\u00fcchern und Anleitungen steht: Pr\u00e4sentieren Sie nicht im Vorhinein den Ablauf ihres Vortrags, wenn Sie nicht gute Gr\u00fcnde haben, Ihre Zuh\u00f6rer auf das vorzubereiten, was da kommt. Es nimmt Ihnen eine M\u00f6glichkeit zu \u00fcberraschen. Verzichten Sie bei den Klangbeispielen auf Videos, wenn auf diesen nichts zu sehen ist, was f\u00fcr Ihren Vortrag wichtig ist. (Wenn Sie nicht gerade einen Vortrag \u00fcber Visuelles machen!)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zur Benotung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Benotung von TapeSessions ist auf Grund der Vielzahl m\u00f6glicher Themen und Darstellungsformate schwierig. Hier k\u00f6nnen nur ein paar Hinweise gegeben werden, was sich positiv und was negativ auf die Benotung auswirken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Lehrende wollen, neben den Sachinformationen, auch und vor allem Ihre Haltung zum Thema kennen lernen. Wir wollen h\u00f6ren, wie Sie die Sachen sehen und h\u00f6ren. Wir wollen, dass Sie ihre Literaturquellen und Zitate mit anderen Quellen und Meinungen in Beziehung setzen und dann auf Ihre Weise interpretieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir Lehrende das Gef\u00fchl haben, dass sich jemand nicht intensiv mit dem Thema besch\u00e4ftigt hat, und nur zu oberfl\u00e4chlichen Betrachtungen kommt, ist das in der Regel schlecht. Wenn in den Darlegungen Allgemeinpl\u00e4tze \u00fcberwiegen und nicht wenigstens bei ein paar der Aspekte auch &#8222;in die Tiefe&#8220; gegangen wird, f\u00fchrt das in der Regel zu einer Abwertung bei der Benotung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls zur Abwertung f\u00fchrt es, wenn wir Lehrende den Eindruck bekommen, Sie h\u00e4tten sich \u00fcber die Art der Darstellung keine Gedanken gemacht oder diese nur wenig vorbereitet Ein paar lieblose Texttafeln, eventuell noch ein Live Herumgestochere im Internet, das langwierige Suchen von Mediendateien auf dem Rechner etc. machen nicht den Eindruck einer guten Vorbereitung. Das Ringen nach Formulierungen ist ebenfalls etwas, was man im Vorfeld erledigen sollte, damit nicht w\u00e4hrend der Pr\u00e4sentation der Eindruck entsteht, man wisse nicht,  wie man den jeweiligen Sachverhalt beschreiben soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Umgekehrt wird es positiv zu Buche schlagen, wenn Sie vermitteln, dass Ihre Darlegungen auf der Basis eines profunden Wissens entstanden sind, und  Sie daraus eine eigene, differenzierte Haltung zum Thema entwickelt haben. Wenn klar wird, dass Sie sich \u00fcber die Art der Darstellung Gedanken gemacht, und vielleicht an der einen oder anderen Stelle originelle Beispiele oder Formate gefunden haben, gibt das Pluspunkte.  Alles, was in der Lage ist, zum Thema beizutragen, und einen ansonsten vielleicht trockenen Vortrag aufzulockern verbessert die Note ebenfalls. Genauso, wenn wir merken, dass Sie sich M\u00fche gegeben haben, den Vortrag sprachlich ad\u00e4quat vorzubereiten, schwierige Formulierungen vorbereitet haben etc. Unzul\u00e4nglichkeiten, die in erster Linie Ihrer eventuell vorhandenen Nervosit\u00e4t geschuldet sind, versuchen wir nat\u00fcrlich aus der Benotung herauszulassen. (Ein Tipp gegen die Nervosit\u00e4t: Je Besser Sie vorbereitet sind, desto weniger nerv\u00f6s werden Sie sein, und die Restnervosit\u00e4t wird sich umso weniger bemerkbar machen.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Suchen Sie sich ein Thema, das nat\u00fcrlich relevant f\u00fcr aktuelles Komponieren ist, das Sie aber vor allem wirklich interessiert!<\/li><li>Bereiten Sie eine Pr\u00e4sentation von ca. 1 Stunde (ohne Fragen) vor<\/li><li>Besprechen Sie die Tape Session mehrmals mit Ihrem Hauptfachlehrer<\/li><li>Fokussieren Sie sich auf einen Teilaspekt, wenn das Thema sehr umfangreich ist<\/li><li>Lesen Sie B\u00fccher und h\u00f6ren Sie Musik, die Sie noch nicht kennen<\/li><li>Reden Sie mit Kommiliton*innen und Dozent*innen dar\u00fcber<\/li><li>Pro- und Contra-Argumente sind Bestandteil jedes ernstzunehmenden akademischen oder sonstigen Vortrags<\/li><li>\u00dcben Sie ihren Vortrag<\/li><li>Schauspielertrick: Suchen Sie sich wechselweise jemanden im Publikum, den oder die Sie direkt ansprechen, und erkl\u00e4ren Sie ganz konkret ihm oder ihr engagiert Ihr Anliegen<\/li><li>Seien Sie sparsam mit Text in Folien: den k\u00f6nnen Sie besser vortragen<\/li><li>Nutzen Sie Bilder, wenn diese einen bestimmten Punkt Ihrer Darlegung unterst\u00fctzen<\/li><li>Pr\u00e4sentieren Sie nicht im Vorhinein den Ablauf ihres Vortrags: das ist nicht n\u00f6tig\u00a0<\/li><li>Verzichten Sie bei den Klangbeispielen auf Videos, wenn auf diesen nichts zu sehen ist, was f\u00fcr Ihren Vortrag wichtig ist<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlu\u00dfbemerkung<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier wurde oft der Imperativ benutzt (&#8222;Tun sie dies&#8220;, &#8222;Lassen Sie jenes&#8220;) Trotzdem sind das nat\u00fcrlich nur Daumenregeln, die wahrscheinlich in den meisten F\u00e4llen sinnvoll sind, und die Sie daher \u00fcberdenken sollten. F\u00fcr jeden dieser Imperative kann es gute Gr\u00fcnde geben, dagegen zu verstossen, und ein solcher Versto\u00df kann sogar das Besondere, gerade in Ihrer TapeSession ausmachen. Aber nachgedacht und dann kompetent entschieden haben (und sich der Konsequenzen bewu\u00dft sein), das sollten Sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele Studierende ist das Halten der &#8222;TapeSession&#8220; im 3. 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