{"id":1638,"date":"2014-02-17T15:49:39","date_gmt":"2014-02-17T14:49:39","guid":{"rendered":"http:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/?p=1638"},"modified":"2014-02-17T23:49:27","modified_gmt":"2014-02-17T22:49:27","slug":"simon-dickopf-der-computer-im-spannungsfeld-zwischen-e-und-u-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/simon-dickopf-der-computer-im-spannungsfeld-zwischen-e-und-u-musik\/","title":{"rendered":"10.10.2013 Simon Dickopf \u201eDer Computer im Spannungsfeld zwischen E- und U-Musik\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der zweiteilige Vortrag begann mit einem \u201ePhilosophische Diskurs\u201c, um danach \u201eDie Rolle des Computers\u201c zu diskutieren. Anfangs wurde darauf eingegangen woher die Begriffe \u201eErnste Musik\u201c und \u201eUnterhaltungsmusik\u201c kommen, na\u0308mlich von der GEMA (Gesellschaft fu\u0308r musikalische Auffu\u0308hrungs- und mechanische Vervielfa\u0308ltigungsrechte). Danach wurden die beiden Ho\u0308rertypen, der Typus des Experten und der Typus des Unterhaltungsho\u0308rers, vorgestellt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Experte ho\u0308rt strukturell und kennt den Wert einer Produktion, wohingegen der Unterhaltungsho\u0308rer Musik zum Zweck der Zerstreuung ho\u0308rt. Anschlie\u00dfend wurde der Unterhaltungsbegriff untersucht. Ist er ein blo\u00dfes Geschmacksurteil oder eine musikwissenschaftliche Definition? Des weiteren wurde ein Vergleich gezogen zwischen ernster Musik und Hochliteratur, und Unterhaltungsmusik und Trivialliteratur. Dann wurde erla\u0308utert, was die Form von Spiritualita\u0308t, die als Vorbedingung fu\u0308r das \u201eErwachen\u201c im Sinne der Weisheitslehren des Ostens ist, mit der Empfa\u0308nglichkeit fu\u0308r ernste Musik zu tun hat. Zu guter letzt wurde darauf eingegangen, was die Popularmusik fu\u0308r gro\u00dfe Komponisten, wie Beethoven, Schubert und Brahms, bedeutete.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p>Der zweite Teil, \u201eDie Rolle des Computers\u201c, begann mit der Vorstellung von Pierre Schaeffer (Paris), Werner Meyer-Eppler (Bonn), Herbert Eimert (Ko\u0308ln), Luciano Berio (Mailand) und Bruno Maderna (Mailand), die Pioniere des neuen Mediums \u201eComputer\u201c waren. Im Anschluss wurden die Arbeiten von Leonard Isaacson und Lejaren Hiller diskutiert, die Computer als kompositorische Hilfsmittel verwendeten. Diese beiden Komponisten verfassten das erste Stu\u0308ck, das mit einem Computer erstellt wurde: \u201eIlliac Suite\u201c. Danach wurden die Arbeiten Max Mathews vorgestellt und ero\u0308rtert, der in den Bell Laboratories die Kompositionsprogramme MUSIC I &#8211; V entwickelte. Verschiedene Komponisten kamen zur Sprache, die den Computer zur Komposition ihrer Stu\u0308cke einsetzten, so John Chowning, der Computer zur Simulation der menschlichen Stimme verwendete, um sprachverwandte Kla\u0308nge zu erzeugen. In Anlehnung an die \u201eMusique Concre\u0300te\u201c verarbeitete Jean-Claude Risset mit dem Computer bereits vorhandene Kla\u0308nge. Charles Dodge, Jim Randall und Benjamin Boretz betrieben serielle Komposition. Gottfried-Michael Ko\u0308nig hat mit \u201eProject 1\u201c und \u201eProject 2\u201c nach statistischen und seriellen Regeln Daten erzeugt, die von Hand in konventionelle Instrumentalpartituren u\u0308bertragen werden mussten. Iannis Xenakis bescha\u0308ftigte sich mit Multimedia-Spektakeln. Hierbei wurden Klang und Licht wa\u0308hrend der Auffu\u0308hrung von einem Computer gesteuert. Danach wurden Hybride Systeme betrachtet, die analoge Klangerzeugung mit digitaler Steuerung kombinierten. Zuletzt wurden einige Synthesizer vorgestellt, die damals eine bahnbrechende Entwicklung darstellten.<br \/>\nIm Fazit wurde klar, dass der Computer zur Erzeugung von ernster-, sowie Unterhaltungsmusik nicht mehr wegzudenken ist. Die U\u0308berga\u0308nge zwischen U- und E-Musik sind dabei flie\u00dfend. Dabei ist der enorme technische Fortschritt von den 50er Jahren bis heute noch nicht abgeschlossen. S!icher werden die kreativen Mo\u0308glichkeiten in der Zukunft immer noch verfeinert.<\/p>\n<p>Playlist:<br \/>\nLejaren Hiller und Leonard Isaacson: Illiac Suite! Max Mathews: Silver Scale<br \/>\nJohn Chowning: Phone\u0301<br \/>\nJean-Claude Risset: Songes<br \/>\nCharles Dodge: Viola Elegy<br \/>\nIannis Xenakis und John Cage: HPSCHD! Iannis Xenakis: Myce\u0300nes Alpha<br \/>\nBarry Truax: Riverrun<br \/>\nAutechre: Nine<br \/>\nWolfgang Voigt: Das Moor<\/p>\n<p>Literatur:<br \/>\nJens Hagestedt: U\u0308ber den Unterschied zwischen ernster und Unterhaltungsmusik<br \/>\nVeit-Justus Rollmann: Ist die innermusikalische DIfferenzierung zwischen U- und E-Musik aus der Perspektive philosophischer A\u0308sthetik haltbar?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p>http:\/\/www2.ak.tu-berlin.de\/Geschichte\/themen\/Geschichte-Computermusik.html<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweiteilige Vortrag begann mit einem \u201ePhilosophische Diskurs\u201c, um danach \u201eDie Rolle des Computers\u201c zu diskutieren. 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