{"id":4953,"date":"2017-10-25T15:10:33","date_gmt":"2017-10-25T13:10:33","guid":{"rendered":"http:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/?p=4953"},"modified":"2018-07-01T02:51:40","modified_gmt":"2018-07-01T00:51:40","slug":"who-is-who-dietrich-hahne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/who-is-who-dietrich-hahne\/","title":{"rendered":"Who&#8217;s Who &#8211; Dietrich Hahne"},"content":{"rendered":"<p><strong>WHO IS WHO \u2013 Dietrich Hahne<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/ICEM-Mitarbeiter_DSC01589_homepage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4957\" src=\"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/ICEM-Mitarbeiter_DSC01589_homepage.jpg\" alt=\"Dietrich Hahne 2017 - Foto: Rebecca ter Braak\" width=\"272\" height=\"408\" \/><\/a><\/p>\n<p>Letzte Woche wurde das diesj\u00e4hrige NOW! 2017 Festival eingel\u00e4utet. In seinem Rahmen wird an diesem Freitag, dem 27. Oktober 2017, auch Prof. Dietrich Hahnes Werk <em>LA FIN DU DEVOIR<\/em> (11Ch-Video, col-sw, 19:53, 2017 (UA)) aufgef\u00fchrt (17:30 in der Neuen Aula der FUdK).<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten diese Gelegenheit nutzen um unseren langj\u00e4hrigen Professor f\u00fcr Komposition und Visualisierung sowie seine aktuelle Arbeit vorzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Biografie\u00a0&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Dietrich Hahne<\/strong> (*1961) studierte Komposition und Elektronische Komposition an der Folkwang Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Essen bei Wolfgang Hufschmidt und Dirk Reith. Es schloss sich ein Studium der Medienkunst an der Kunsthochschule f\u00fcr Medien in K\u00f6ln u.\u00a0a. bei Werner Nekes und Dominik Graf an, das er 1994 mit Auszeichnung abschloss. 1997 plante er f\u00fcr das ICEM (Institut f\u00fcr Computermusik und Elektronische Medien) das AV-Medienstudio, dass er seitdem leitet. Realisiert werden konnte das AV-Medienstudio durch Mittel des Ministeriums f\u00fcr Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen mehrerer Forschungs- und Kunstprojekte \/ Arbeitskreise an denen er beteiligt war, akquiriert wurden. Seit 2004 ist er Professor f\u00fcr Komposition und Visualisierung an der Folkwang Universit\u00e4t der K\u00fcnste.<\/p>\n<p>Ausgehend von musikalisch-kompositorischen, d.\u00a0h. zeitbasierten Techniken setzt er sich intensiv mit \u201eimmersiven Systemen\u201c im performativen, audiovisuellen Projekt auseinander. Seine \u00e4sthetische Definition von AtmoSph\u00e4re lautet: Sonifizierung\u2013Visualisierung, Medienb\u00fchne\u2013Medienraum, KlangOrt\u2013KlangRaum, \u201ePanorama\u201c, in denen die Unterscheidung B\u00fchne \u2013 Auditorium dynamisch gestaltet bzw. aufgehoben wird. Seit 2001 entstehen zahlreiche intermediale Werke, die die musikalische Immersion ins Bewegtbild (immersives MultichannelVideo) zu \u00fcbertragen versucht. Seit 2014 besch\u00e4ftigt er sich au\u00dferdem mit gro\u00dfformatigen FotoComputergraphiken. Hierin werden Fotos (aus Web, Video, Film) im Rechner dekonstruiert (fragmentiert) und zu extrem detailreichen neuen Kompositionen zusammengestellt. Die so entstehende \u201eMetaNarration\u201c (Gleichzeitigkeit mehrerer Erz\u00e4hlEbenen) ist der Gleichzeitigkeit musikalischer Klangprozesse angelehnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Drei Fragen an Dietrich Hahne\u00a0&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<ol>\n<li><em>Angenommen, zeitliche Faktoren und dergleichen spielten keine Rolle: G\u00e4be es einen Musik fremden Studiengang oder eine Ausbildung, der oder die Sie heute reizen w\u00fcrde? <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Geschichte. Kulturgeschichte. Technologiegeschichte. + Architektur.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Stellen wir das Studieren, wie Sie es erlebt haben, dem Kompositionsstudium heute gegen\u00fcber. In wie fern hat es sich ver\u00e4ndert? <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>\u00a0<\/em>Die Freir\u00e4ume heute sind erheblich kleiner geworden. Selbst an Kunstuniversit\u00e4ten ist ein \u201eMarktdruck\u201c sp\u00fcrbar, der vor (\u00fcber) 30 Jahren weit geringer war! Von jedem wird inzwischen eine \u201eSelbstvermarktung\u201c erwartet, die sich von \u201eSelbstprostitution\u201c kaum unterscheidet.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Haben Sie sich als Komponist durch das Unterrichten ver\u00e4ndert? <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ja. Nat\u00fcrlich! Sch\u00f6nbergs Diktum aufgreifend: \u201eDas habe ich von meinen Sch\u00fclern gelernt\u201c kann ich sagen, dass die k\u00fcnstlerisch-p\u00e4dagogischen Erfahrungen der letzten 20 Jahre einen reichen Fundus darstellen. Wie sonst als durchs Unterrichten kommt man in Kontakt mit so vielen und verschiedenen und verr\u00fcckten Ideen. Das hinterl\u00e4sst Spuren. Keine Frage. Und es bringt einen selbst auf verr\u00fcckte Ideen. In dieser Hinsicht f\u00fchle ich mich absolut privilegiert. (Allerdings gibt es und gab immer auch eine \u201eGegenwelt\u201c, die ich von der p\u00e4dagogischen\/\u00f6ffentlichen weitgehend fernhalte. Die ist ebenso wichtig.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; \u00dcber <strong>LA FIN DU DEVOIR\u00a0<\/strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>11Ch-Video, col-sw, 19:53, 2017 (UA)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4959 alignnone\" src=\"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LaFinDuDevoir_Simulation3.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LaFinDuDevoir_Simulation3.jpg 1920w, https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LaFinDuDevoir_Simulation3-632x356.jpg 632w, https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LaFinDuDevoir_Simulation3-768x432.jpg 768w, https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LaFinDuDevoir_Simulation3-1020x574.jpg 1020w, https:\/\/icem-www.folkwang-uni.de\/icem-web\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LaFinDuDevoir_Simulation3-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p>\u201eLa fin du devoir&#8220; bedeutet &#8222;Das Ende der Pflicht&#8220;. Bekanntlich ist der Begriff \u201ePflicht\u201c inhaltlich weit verzweigt. Mit ihm wird einerseits Strenge, Sittlichkeit und Streben nach ethisch verantwortlichem Handeln assoziiert. Im Kunstzusammenhang ist &#8222;Strenge&#8220; (andererseits) eine Chiffre f\u00fcr hoch selbstkontrollierende, k\u00fcnstlerische Arbeitsweisen. K\u00fcnstler haben nicht nur die &#8222;Pflicht&#8220; &#8222;strenge&#8220; Klang- und BildSysteme zu erfinden, sondern diese auch &#8222;streng&#8220; auszuarbeiten um konsistente, im besten Fall innovative Werke zu schaffen. Mit dem &#8222;Ende der Pflicht&#8220; w\u00e4re also auch das Ende der &#8222;Strenge&#8220; eingel\u00e4utet, ein Vorwurf, der der \u00e4sthetischen &#8222;Postmoderne&#8220; gern unterstellt wird: Unertr\u00e4glich f\u00fcr die einen, Aufatmen bei den anderen. Ich habe in meinem Video versucht diese kontr\u00e4ren Vorstellungen von &#8222;Strenge&#8220; zu kombinieren. In der Musik sind z.B. strenge Form und Formwahrnehmung von untergeordnetem Interesse, w\u00e4hrend das Video extrem formalisiert und strukturiert erscheint. Die Gleichzeitigkeit dieser differierenden Erscheinungsformen l\u00e4\u00dft eine Spannung entstehen, die die intermedi\u00e4re Wahrnehmung pr\u00e4gt &#8211; und in der Summe Neues entstehen l\u00e4\u00dft. &#8211;<\/p>\n<p>Einer, der sich paradigmatisch aller Pflichten entledigt und damit auch noch eine Menge Ruhm einheimst, ist die Dichterfigur Baal, den Bertolt Brecht nach dem 1. Weltkrieg 1918\/19 erfindet und im gleichnamigen Drama zum Leben erweckt. Volker Schl\u00f6ndorffs Verfilmung (D 1969) des Brechtschen Dramas zeigt Baal im M\u00fcnchen der sp\u00e4ten 1960er Jahre. Kaum jemand hat BAAL so gut dargestellt wie der junge Rainer Werner Fassbinder, der in Schl\u00f6ndorffs Film den Titelhelden spielt. Ausschnitte daraus habe ich f\u00fcr mein St\u00fcck ausgew\u00e4hlt und kontrafakturiert. Das von mir verwendete Verfahren macht aus der Dramenfigur Baal ein <em>audiovisuelles Objekt<\/em> (u.v.a.), das dekonstruiert und mit musikalisch kompositionstechnischen Mitteln zu neuem, jetzt intermedi\u00e4r <em>postnarrativem<\/em> Leben erweckt wird &#8211; pbqi.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WHO IS WHO \u2013 Dietrich Hahne Letzte Woche wurde das diesj\u00e4hrige NOW! 2017 Festival eingel\u00e4utet. 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