Who’s who – Michael Edwards

Rebecca ter Braak Photography
Foto: Rebecca ter Braak

Unser neuer Professor für Elektronische Komposition stellt sich vor 

Heute Abend (2. Juni 2018) findet das offizielle Antrittskonzert unseres neuen Lehrenden der Elektronischen Komposition, Michael Edwards, gemeinsam mit Barbara Maurer und Susanne Achilles an der Folkwang Universität der Künste statt. Am 12.7. reist Michael Edwards zum World Saxophone Congress in Zagreb (solo Alt-Saxophon, Ensemble und Elektronik, “HOTPO”), und am 20. Juli 2018 wird sein Stück Durchhaltevermögen (solo Violine) beim Valencia International Performance Academy & Festival aufgeführt.

— Biografie —

Michael David Edwards, geb. 1968 im nordwest- englischen Cheshire, studierte zunächst an der Universität von Bristol bei Adrian Beaumont. Weiteren Kompositions- unterricht erhielt er privat von Gwyn Pritchard. An der Stanford University in Kalifornien studierte er Computermusik bei John Chowning.

Er arbeitete als Softwareingenieur am Canon Research Centre im Silicon Valley, war Gastprofessor am Mozarteum in Salzburg und war als Komponist Gast am Forschungsinstitut für Akustik/Musik, IRCAM, in Paris.
Von 2002 bis 2017 lehrte er an der Universität Edinburgh und seit Oktober 2017 ist er Professor für Elektronische Komposition an der Folkwang Universität der Künste.

— Drei Fragen an Michael Edwards

Angenommen, zeitliche Faktoren und dergleichen spielten keine Rolle: Gäbe es einen
Musik-fremden Studiengang oder eine Ausbildung, der oder die Sie heute reizen würde?

Meeresforscher

Stellen wir das Studieren, wie Sie es erlebt haben, dem Kompositionsstudium heute gegenüber. In wie fern hat es sich verändert?

Als ich Student war waren zwei Facetten der heutigen Szene so gut wie gar nicht zu finden: Improvisation und Computermusik (oder allgemeiner ausgedrückt, Musik, die im weitesten Sinn irgendwie mit Hilfe des Computers gemacht wird). Beide waren  natürlich schon vorhanden, waren aber nicht Teil der meisten Uni-Curricula nicht. Ich finde es super, dass heutzutage die verschiedenste Arten Musik zu machen an der Uni nicht nur geschätzt, sondern durchaus unterrichtet und praktiziert werden.

Haben Sie sich als Komponist durch das Unterrichten verändert?

Ständig. Ich bekomme links und rechts Ideen durch den Unterricht, nicht nur im Austausch mit StudentInnen sondern auch, dass ich durch das Unterrichten viel darüber nachdenken muss, was, wie und warum ich eigentlich meine eigene Musik mache so wie ich sie mache. Auch wenn man älter wird (bin gerade 50 geworden) merkt man im Austausch mit StudentInnen, was der jungen Generation wichtig ist, wie das von der älteren Generation geprägt ist und wie nicht. Das zeigt manchmal eine neue Abspaltung oder klärt den Weg.

— Über seine Arbeit —

“As a composer I work in the area of instrumental, electronic, and algorithmic composition (software-generated music). My main focus is an amalgam of these, combining acoustic instruments and digitally processed or synthesised sound.

I firmly believe that by coding your own musical ideas you can explore them with a depth that would be impossible otherwise. To not code your own algorithms would be a little like trying to get inside a culture without knowing its language.

I generally aim to blend rather than oppose acoustic and electronic sound sources, to present a coherent sonic image where the new and old not only meet but cross-fertilise. This goes beyond the surface sound world into the very musical structures themselves. I algorithmically generate my instrumental and computer music structures from the same musical data, creating a more deeply-rooted synthesis of these two often structurally incompatible sound worlds.

Seeing myself as part of the experimental tradition of Western composition means I refuse to be pinned down to any particular aesthetic or approach. I grew up in a musically pluralistic environment and from my earliest years had no problem switching between Hendrix and Ligeti. So I improvise too, on saxophones, laptop, and MIDI wind controller.

My music, then, ranges from long, delicate meditations for the piano and computer, to dense and aggressive ensemble music exploring performance failure, to freely improvised electro-instrumental noise. I am decreasingly occupied with the specification of fixed musical details and increasingly interested in making flexible software to create variable scores as expressions of the musical-generative idea–I’m just swapping one code for another, really.”

Weitere Informationen finden sich auf Michael Edwards Homepage.